Beier 1972: Zukunftsprobleme des Patentrechts
Prof. Dr. Karl Beier, ein bis in die 90er Jahre aktiver und viel beachteter Patentrechtsgelehrter, ist besorgt, dass der Gesetzgeber an einem engen Technikbegriff festhalte, weil er nur rechtssystematisch denke und sich nicht um die Zukunft des Patentsystems sorge. So könnten große zukunftsträchtige Bereiche wie Informatik und Gentechnik zunehmend in ein schutzrechtliches Niemandsland fallen. Man müsse sich von den traditionellen Vorbehalten gegen die Monopolwirkung des Patentes verabschieden und zu einem klaren Ja zum Patentwesen finden. Auch die Grundlagenforschung der Universitäten müsse in dessen Genuss kommen. Dieser Artikel zeigt sehr deutlich, wo die Linien der Auseinandersetzung um das Patentrecht in den 70er Jahren lagen und gibt Aufschluss darüber, in wieweit die Entscheidung von 1973, Programme für Datenverarbeitungsanlagen u.a. explizit von der Patentierbarkeit auszuschließen, eine bewusst gewählte gesetzgeberische Weichenstellung war.